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stichwort: OnlyFans

Judith Strohmayer

merz | medien + erziehung
DOI: 10.21240/merz/2020.5.4 (Social Sciences)
License: CC BY

Abstract: „Registriere dich, um Geld zu verdienen und mit deinen Fans in Verbindung zu treten“, mit diesen Worten wirbt die Social-Media-Plattform OnlyFans. Ähnlich wie bei Instagram können Kreateur*innen auf ihrem Profil Beiträge in Form von Fotos und Videos hochstellen. Allerdings unternimmt OnlyFans keine Selektierung (zum Beispiel bei Nacktheit) und die Profilinhaber*innen bestimmen selbst, was sie (von sich) zeigen wollen. Damit die Fans auf die Inhalte zugreifen können, müssen sie zuerst das Profil abonnieren. Die Kosten werden von den Content-Kreateur*innen festgelegt und betragen zwischen fünf und 50 Dollar monatlich. Zusätzlich können die Follower*innen Trinkgeld senden oder für private Nachrichten mit noch persönlicherem Inhalt einen Aufpreis zahlen. An die Plattform gehen dabei 20 Prozent der Einnahmen. Das Soziale Netzwerk aus Großbritannien gibt es zwar bereits seit 2016, doch der Corona-Lockdown führte zu einem Anstieg an Mitgliedern um 75 Prozent. Nach eigenen Angaben hat OnlyFans derzeit weltweit 24 Millionen registrierte Nutzer*innen, wovon 500.000 selbst Beiträge erstellen. Aus Deutschland soll es 4.000 Kreateur*innen geben. Die Plattform ist ab 18 Jahren, aber da die Anmeldung über Twitter, Google oder mit einer E-Mail-Adresse erfolgt, können sich Jugendliche hier auch mit falschen Angaben anmelden. Für das Abonnement eines Kanals müssen die Fans mit ihrer Kreditkarte zahlen und somit ihr Alter verifizieren. Möchte ein Mitglied selbst Content erstellen, muss die Volljährigkeit durch ein Selfie mit einem gültigen Ausweisdokument bestätigt werden. Wegen ihrer Freizügigkeit wird die Plattform in den Medien auch als ‚Porno-Instagram‘ bezeichnet. Viele Nutzer*innen dagegen sehen in dem Netzwerk vielmehr eine Möglichkeit für Empowerment und Feminismus. Im Gegensatz zu anderen Sozialen Netzwerken können sich Frauen, Männer und queere Personen hier ohne jegliche Einschränkung präsentieren. Influencer*innen und Künstler*innen bietet sich zudem die Möglichkeit, ohne Werbekooperationen oder Product Placement Geld zu verdienen

Published on 01 Oct. 2020